Willkommen im 11. Jahrhundert...
"Über den Fenns weht ein lauer Wind. Das hohe Sumpfgras wiegt sich in der Sommerluft. Die kleine normannische Patrouille bewegt sich wachsam durch die südostenglische Landschaft. Plötzlich ertönt Lärm und Waffengeklirr von rechts und eine Gruppe angelsächsischer Krieger stürmt aus ihrer Deckung.
Die
lange Dänenaxt trifft den normannischen Sergeant mit ungebremster
Wucht an der Schulter, sprengt die vernieteten Ringe seines Kettenhemdes,
zertrümmert sein Schlüsselbein und fällt ihn, wie einen
Baum.
Die anderen Krieger reißen ihre fast mannshohen, mandelförmigen Schilde hoch und ziehen die Schwerter blank. Stahl trifft auf Stahl, unmenschliches Kriegsgebrüll erfüllt den spätsommerlichen Himmel.
Die normannischen Bogenschützen lassen unablässig ihre nadelspitzen Pfeile von den gewachsten Leinensehen ihrer Eibenbögen surren und einer nach dem anderen findet sein Ziel. Die nur leicht gerüsteten Angelsachsen haben den geschmiedeten, nadelartigen Pfeilspitzen nur wenig entgegenzusetzen. Diejenigen, die der Pfeil nicht sofort tötet, sterben später an den Folgen die mit mangelnder Hygiene und unzureichender medizinischer Versorgung einhergehen.
Die disziplinierten, gut gedrillten normannischen Kämpfer halten ihre Formation und strecken Ihre Gegner einen nach dem anderen nieder. Schwerter dringen durch Leiber, Lanzen durchboren Körper und am Ende bleibt den wenigen Überlebenden nur die Flucht. Ihr verzweifelter Versuch zu entkommen, wird von den Bogenschützen jäh beendet. Noch auf große Distanz finden ihre Pfeile ihr Ziel.
So plötzlich der Lärm begann, so schnell herrscht eine gespenstige Ruhe über den Fenns, jener Sumpflandschaft im Südosten der britischen Insel, die dem angelsächsischen Widerstand so lange die notwendige Basis war.
England ist in normannischer Hand. Seit der entscheidenden Schlacht am 14. Oktober des Jahres 1066 am Senlac Hill, nahe der Siedlung Hasting im englischen Süden, haben die normannischen Eroberer, die unter der Führung ihres Herzogs Willhelm von der Normandie auf die Insel gekommen sind, die Herrschaft übernommen. Nur noch wenige Aufständische wagen den bewaffneten Kampf gegen die neuen Herren. Das Bild Englands hat sich von Grund auf geändert und diese Änderungen sind bis heute spürbar..."
Und nun zu etwas ganz anderem...
Nun ja, ein wenig Abenteuerroman-Romantik ist in der oben geschilderten Szene nicht zu leugnen. Aber warum auch nicht. Und immerhin könnte es sich so oder so ähnlich abgespielt haben, als Männer wie Hereward the Wake ihre Guerilla-Aktionen gegen die Normannen durchführten.
Auf diesen Seiten sollen aber keine Geschichten erzählt werden, sondern Geschichte am Beispiel der fiktiven Person des Gaewfric anschaulich dargestellt werden. Gaewfric ist ein recht normaler Mensch in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Er ist Bogenschütze in einer Franco-Flämischen Einheit, die den rechten Flügel der Truppen von Wilhelm von der Normandie (besser bekannt als "der Eroberer") bei der Invasion des angelsächsichen England im Jahre 1066 verstärken.
Nehmen Sie sich die Zeit und erforschen Sie die unterschiedlichen Bereiche dieser Website. Sehen Sie, welche Bekleidung und Alltagsgegenstände Gaewfric in seinem zivilen Leben getragen und benutzt hat. Erfahren Sie, welche Ausrüstung dem Bogenschützen in Kriegszeiten zur Verfügung stand und lassen Sie sich in die geschichtlichen Hintergründe aus der Zeit um die normannischen Eroberung Englands näher bringen.
Es gibt wohl wenige Zeiten und Ereignisse, die England und ganz Europa derart nachhaltig verändert haben wie die Geschehnisse des 14. Oktober anno domini 1066.
Also viel Spaß und...
