Der Bogen
Gaewfrics Bogen ist ca. 1,90 Meter lang und aus Eibenholz
gefertigt. Er hat einen ovalen Querschnitt und ist im Gegensatz zu den
bekannten englischen Langbögen des späten Hochmittelalters und des Spätmittelalters
nicht aus einem Viertelstamm, sondern aus einem kompletten, entsprechend
dicken Ast oder dünnem Stamm geschnitten. Er entspricht zeitgenössischen
Darstellungen und ist in Funden aus Haithabu (Schleswig) nachgewiesen.
Charakteristisch
- wenn auch nicht so stark ausgeprägt wie bei den späteren Bögen
- ist das helle Splintholz am Bogenrücken (der zum Ziel gerichteten
Seite) und das rötlich, dunklere
Kernholz am Bogenbauch. Das helle Splintholz der Eibe ist sehr elastisch
und hat die Tendenz sich in der Entspannung - also wenn der Pfeil abgeschossen
wurde - sehr schnell wieder aufzurichten. Das verleiht dem Bogen seine
Spannkraft und seine Schnelligkeit. Das Kernholz hingegen hat die Eigenschaft
sehr unempfindlich gegen Stauchung zu sein. Die Kombination dieser Eigenschaften
und das geringe Gewicht machen die Eibe zum perfekten Holz für leistungsfähige
Bogen.
Auch heute noch werden hochwertige traditionelle Bogen aus diesem Holz gefertigt. Mittlerweile ist Eibenholz allerdings schwer zu bekommen und/oder sehr teuer, da die Eibe unter Naturschutz steht Weitere gute Bogenhölzer, die auch in früheren Jahrhunderten Verwendung fanden sind z.B. Esche oder Ulme.